Mit "Gut und Böse" ist es oft andersrum als es gesagt wird....
Eine Frau floh vor ihrem Mann. Er hätte sie so verletzt, daß sie es nicht mehr ausgehalten hätte.
Als sie zum Pfarrer kam, hatte der ein ganz seltsames Gefühl: "Ich könnte sie schlagen." Er schlug sie natürlich nicht, aber irgendwie spürte er: Etwas ist in der Ausstrahlung dieser Frau, das den Mann dazu bringt, auf sie wütend zu sein.
Eines Tages hatte die Frau ein Problem. Am nächsten Tag sollte sie zu einer Gerichtsverhandlung mit ihrem Mann fahren. Und der Mann würde im gleichen Zug sitzen. Sie hatte große Angst, dem Mann zu begegnen. Sie fragte den Pfarrer, was sie tun sollte.
Der Pfarrer dachte nach, und dann fiel ihm etwas ganz Eigenartiges ein.
Er sagte: "Gehen Sie zu dem Mann hin, schauen Sie ihn an, sagen Sie ihm: "Ich hab dir auch weh getan."
Die Frau verabschiedete sich etwas schweigsam.
Sie kam nicht mehr zu diesem Pfarrer. Er meinte schon, sie wäre böse auf ihn, und er hätte sie als Schäflein verloren.
Ein halbes Jahr später rief die Frau den Pfarrer noch einmal an. Soe wollte ihm nur sagen: Er brauche ihr nicht mehr zu helfen, es ginge ihr gut.
Der Pfarrer fragte, was ihr denn geholfen habe?
"Ich habe das gemacht, was Sie sagten. Ich ging zu ihm hin und sagte, ich hab dir weh getan. Ich lebe seitdem immer noch getrennt von meinem Mann. Aber wir verstehen uns gut."
* * *
Vorschlag für eine Phantasie-Übung:
Es scheint, die Ursache des Krieges, auch in einer Paarbeziehung, ist, daß einer sich für den Besseren hält.
Es scheint, wenn einer sagt "der ist böse", daß es immer andersherum ist.
Es scheint auch, daß tiefe Wut und Haß in einer Paarbeziehung oft eine Übertragung aus der Beziehung zu einem Elternteil ist.
Manchmal, wenn einer so wutentbrannt zum Berater kommt, fragt darum der Berater: "Wen liebst du?"
Da sieht der Klient, daß hinter seiner Wut auf den Partner eigentlich Schmerz versteckt ist.
Und hinter dem Schmerz ist Liebe versteckt.
Und hinter der Liebe zum Partner ist Liebe zu jemand anders versteckt.
Dieser Jemand anders ist oft ein voriger Partner, oder die Mutter oder der Vater.
Dann sagt der Berater:
Stell dir vor, du schaust in Gedanken hin zu deiner Mutter (oder zu deinem Vater), bis du sie siehst.
Und gehst hin bis du dort bist.
Durch die Angst durch,
durch die Wut durch,
durch den Schmerz durch,
bis du in der Liebe bist.
Und sagst"bitte!"
Bleib da einige Zeit.
Auf einmal siehst du Deinen Partner anders.
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Die ausgeschlossene Person
gern wiederkommt als Depression.
Als Last du sie hast,
so lange Du sie haßt.
Du verschmachtest,
wenn Du sie verachtest.
Wohin Du sie auch schickst,
Dein Schicksal Dich dort hin trickst.
Wem Du Dich feindlich wähnst,
dem Du Dich heimlich sehnst.
Durch Deine Liebe
sie Dein Helfer bliebe.
Durch Deine Güte
sie sich bemühte.
An ihrem Platz in Deinem Herz
schmölze Dein und ihr Schmerz.
Wer dies humorlos ignoriert,
mit totem Ernst wird konfrontiert.
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