"Vaters Tochter"
Manuela hat viele unglückliche Männer-Beziehungen hinter sich. Sie kommt zu einem Selbsthilfe-Seminar, weil wieder eine Beziehung am Zerbrechen ist.
Der Vater hatte sich bei ihr ausgeweint, schon als sie noch sehr jung war. Ihre Mutter hatte sie als abwesend erlebt.
Bei einer Familienaufstellung stellte Manuela ihre Stellvertreterin neben den Vertreter ihres Vaters. Die Vertreterin der Mutter stellte sie abseits. Die Stellvertreter fühlten sich eine Zeitlang ein und bewegten sich dann spontan nach ihrem Gefühl. Manuelas Vertreterin schaute immer zur Mutter, ging langsam zu ihr hin. Die Vertreterin der Mutter schaute auf den Boden. Weil das oft ein Zeichen für eine unvollendete Trauer ist, fragte die Leiterin der Aufstellung nach: Die Mutter von Manuelas Mutter war früh gestorben. (Wirkte Manuelas Mutter darum immer "abwesend"?). Manuela erkannte den Zusamenhang und verstand nun ihre Mutter besser. Nun begann sie, ihre Mutter zu achten. Sie konnte zu der Vertreterin ihrer Mutter ganz nah hingehen und ihr in die Augen schauen.
Am Ende der Aufstellung wird die Lösung durch "Lösungssätze" vertieft. Die Leiterin schlug diese Sätze vor:
Zum Vater:
"Du bist mein Vater. Ich bin nur dein Kind."
(gemeint ist: "... und nicht die bessere Frau für dich, wie ich es als Kind, in blinder Liebe, unbewußt für dich sein wollte!")
Zur Mutter:
"Jetzt seh ich dich."
"Ich achte das Schwere das du trägst."
"Jetzt geb ich dir einen Platz in meinem Herz."
"Du bist meine Mama. Ich bin nur dein Kind."
(gemeint ist "... und nicht deine Rivalin!")
Für Manuela klingen diese Sätze ungewohnt, aber sie wirken befreiend. Sie ist sehr bewegt.
Manuela behält die lösenden Worte und Bilder in ihrem Inneren. Nicht nur in der Aufstellung, sondern auch später hat Manuela diese Sätze innerlich immer wieder zu ihren Eltern gesagt.
Manuela kann nun das Leben, die Liebe und die weibliche Kraft von der Mutter immer mehr annehmen. Liebe fließt, wie Wasser, nur von "oben" nach "unten", von Mutter zum Kind. So könnte aus dem Mädchen eine Frau werden. Das Mädchen hat geflirtet, mit den Männern gespielt, und sich dann wieder aus der Verantwortung gezogen.
Der Frau gelingt es, eine tiefe Beziehung zu einem Mann einzugehen, mit Geben und Nehmen. Und wenn sie Kinder hat oder noch bekommt, ihnen eine liebevolle Mutter zu sein.
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