Lösungsbeispiel: "Sucht"
Sucht entwickelt sich oft wo ein Elternteil fehlt oder nicht geachtet wird.
An diesem Beispiel sehen wir Sucht in 2 Generationen.
Joachim (Name geändert) hat durch langjährige Sucht viel verloren.
Gelingt ihm durch Gespräche mit einem Suchtberater, das zu finden, was er wirklich such?
Zusammenfassung von Joachims Familiengeschichte und der versöhnenden Sätze, die derzeit in ihm ihm arbeiten.
Was ist passiert? Der Vater der Mutter von Joachim fiel im Krieg.
Joachims Mutter schien nie oder nur verächtlich von ihm geredet zu haben. Sie war tablettensüchtig. Sie gab Joachim als Kind zur Oma und kümmerte sich wenig um ihn.
Joachim war lange Jahre Alkoholiker. Nun macht er einen stationären Entzug. Trotzdem verliert er seine Arbeitsstelle, kurz darauf verlässt ihn seine Frau.
Die Bindung: Joachim macht der Frau und der Firma Vorwürfe, weil sie sich nicht umstimmen lassen. In seinem Denken ist das Glück abhängig von etwas, das er von außen erwartet, das aber nie kommt.
Seine Seele war immer auf der Suche nach einem Ersatz für seine Mutter, die ihm abwesend erschien. Tief innen macht er seiner Mutter Vorwürfe.
Der Vater der Mutter scheint ausgeschlossen.
Die Lösung: Für Joachim wäre es wichtig, die Mutter zu achten und das anzunehmen, was sie ihm gegeben hat, und was das größte ist: Sein Leben.
Das ist schwer.
Es wird leichter, wenn in der Familien-Aufstellung zuerst der verachtete Vater der Mutter zur Mutter gestellt wird. Die Mutter verneigt sich vor ihrem Vater und sagt "Es tut mir leid." In Joachims innerem Bild wirkt das so, als ob Liebe vom Großvater direkt zu ihm kommt.
Nun kann dieser Großvater stärkend im Rücken der Mutter stehen.
Nun kann die Mutter Joachim anschauen und ihm sagen: "Ich habe dir das gegeben, was ich dir geben konnte."
Joachim sagt zu seiner Mutter: "Jetzt sehe ich dich, und ich achte dein Schicksal..Du warst auch allein, so wie ich." "Jetzt nehme ich von dir, was du mir gibst."
"Du hast mir viel gegeben."
Joachim dankt auch seinem Vater, dass er bei ihm sicher war und er ihm vieles ersetzt hat.
So geht er aus der Opferhaltung heraus und übernimmt die Verantwortung für sein Leben.
Dann kann er auch die Anspruchs- (Sucht-) Haltung langsam lassen.
Die lösenden Worte sind für Joachim neu.
Sie wirken mit der Zeit immer mehr, wenn er sie innerlich ernsthaft wiederholt.
So kommt innere Zufriedenheit.
Joachim könnte die Lösungsversuche aber auch verachten und mit seiner Sucht weiter auf den Tod zusteuern.
Der Verlauf bleibt in seiner Verantwortung.
Der Berater muss Joachim die Verantwortung überlassen und kann ihm nicht durch eigene Anstrengung helfen!
Die Prognose bei langjähriger Alkoholsucht ist erfahrungsgemäß schlecht.
Das Beste, was ein guter Helfer für Joachim tun kann, ist, wenn er ihn klar mit der ernsten Prognose konfrontiert, und dass sein Leben in seiner eigenen Hand liegt, damit es ihm ernst wird.