"Wann ist ein Mann ein Mann?"



Diese Frage stellte schon Herbert Grönemeyer in einem seiner berühmten Lieder.

Ich wage hier eine mutige, und vielleicht verblüffende Antwort:

Wenn sein Vater hinter ihm steht.


Was heißt das?

In unserer Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen nehmen wir von den Eltern Liebe, Kraft. Die erste Phase ist für alle Kinder gleich: Wir sind der Mutter näher. Später wird der Vater immer wichtiger - für Söhne besonders! (Für Mädchen gibt es dann noch eine dritte Phase, wo dann die Mutter wieder sehr wichtig ist.)

Ja, es gibt weibliche und männliche Energie!


Wann gibt es hier Probleme?


Wenn der Vater schwach ist, äußerlich oder innerlich nicht da ist, zum Beispiel süchtig, mit eigenen Problemen beschäftigt. Dann fühlt der Sohn, daß ihm selbst etwas fehlt - die männliche Energie fehlt. Er fühlt Wut, Schmerz, Trauer gegenüber seinem Vater - wenn er das nicht aushält, macht er eine innere Mauer gegen ihn, er schließt den Vater sozusagen aus seinem Herz aus. Dieses Ausschließen wird manchmal unterstützt dadurch, daß die Mutter den Vater verachtet.

Aus Liebe zur Mutter versucht der Sohn auch oft, ihr den Partner zu ersetzen, Kindesliebe wird vermischt mit Partnergefühlen, man wird ihn Muttersöhnchen schimpfen. Er wird Pech bei den Frauen haben, dazu die Rivalität und den Groll zum Vater auf andere Männer und Vorgesetzte übertragen, was zu beruflichem Mißerfolg führt. Für das Einnehmen einer nicht-angemessenen Rolle bestraft er sich selbst mit Versagen.

Wie heilt das?

Die heilende Korrektur-Bewegung für deine Seele ist: Schau mit dem inneren Auge deinen Vater an! Gib ihm wieder einen Platz in deinem Herz! Verneige dich vor ihm! (Egal ob er weg ist oder nicht mehr lebt, auf der seelischen Ebene spielt das gar keine Rolle).
Grollst du ihm, ist das Verneigen und Achten nicht möglich? Dann schau erst auf das Übermächtige und Schwere, in das er verwickelt ist! Zum Beispiel früher Tod seiner Eltern oder Geschwister, schwere Krankheit, Krieg, Schuld, Verlust der Heimat... Auch frühere Generationen wirken nach! Hier brauchst du vielleicht Hilfe durch ein Gespräch oder Familien- Aufstellung.

Sag dem Vater in Gedanken:
"Du bist mein Vater"
(oder Papa, oder wie Du als Kind zu ihm gesagt hast)
"Ich bin dein Kind"
"Du hast mir das Leben gegeben"
"Ich gebe dir die Ehre"
"Ich achte das Schwere, das du trägst, und lasse es bei dir."
"Bitte segne mich"
"Bitte schau freundlich auf mich, wenn ich Erfolg habe."

(wenn er sterben will oder gestorben ist:)
"Auch wenn du gehst, ich bleibe."
oder "Auch wenn Du gegangen bist, ich bleibe"
"Schau freundlich auf mich, wenn ich bleibe."


Nun spürst du, wie von ihnen eine männliche Kraft zu dir und durch dich fließt, die dir vorwärtsgehen hilft, und du gibst sie auch weiter, zum Beispiel an deine Kinder.

Diese Rituale und Sätze sind nicht einfach eine schnelle magische Zauberformel. Das Ganze hilft wenn du es verstehst und dann ernsthaft mit Achtung machst.

Auch wenn in Wirklichkeit mit dem Vater kein versöhnendes Gespräch möglich ist: Das innere Bild wirkt auf dich, du schaust dann die Welt anders an, und die Welt reagiert anders. Sogar die Frauen.