Monday Seminars

Kurse von Jutta Montag und Dr. med. Günther Montag

"Waschzwang"

 

Manche Mädchen mit Waschzwang mögen das Märchen "Aschenputtel" gern. Was kommt darin vor? Heimliche Liebe. Merkwürdig.

 

Was hier kommt, ist verschlüsselt. Man darf ja von so manchen Sachen nicht einfach so reden.

 

Es war einmal eine Mama, ein Papa und ein kleines Mädchen.

Die Mama steht abseits, ihre Liebe geht woanders hin, vielleicht zu jemand der schon gestorben ist, oder jemand den sie nie erreichen kann.

Sie gibt ihrem Mann nicht, was sie ihm einmal versprach.

Es scheint, als ob sie das Mädchen zum Ausgleich seinem Papa überläßt.

Viele kleine Mädchen sagen "Lieber Papa, wenn ich groß bin, heirate ich dich."

Dieses Mädchen meint, es ist groß.

Es sagt zum Papa heimlich in Gedanken: "Ja".

Vielleicht passiert ja gar nichts, es ist alles nur in Gedanken.

Vielleicht sagt es sogar heimlich in Gedanken: "Ja, Papa, ich mach das alles für dich".

Vielleicht sagt es sogar zum Papa, mit einem Seitenblick auf die Mama, heimlich in Gedanken: "Ich bin besser."

Aber gleich hat es auch ein schlechtes Gewissen. Darum ritzt und kratzt und wäscht es sich zwanghaft. Als müßte es was wegmachen.

Das Mädchen wirkt, als wäre es schon soo früh früh erwachsen, aber in Wirklichkeit... würde es gern nur endlich ein Kind sein.

 

Was wäre hier eine Lösung?

Ein erster Schritt wäre: Wenn es in seinem Herzen seine Liebe zur Mama erkennen und zur Mama sagen würde: "Das mit dem Papa, das mach ich aus Liebe für dich."

Später zieht das Mädchen sich von beiden mit Liebe zurück und sagt in seinem Herzen zum Papa:
"Du bist mein richtiger Papa, und ich bin nur dein Kind. Und die Mama ist die richtige Frau für dich."
Und zur Mama:
"Du bist die richtige Mama für mich. Und die richtige Frau für den Papa. Und ich bin dein richtiges Kind"

Dann muß es sich nicht mehr schämen. Dann gibt es nichts mehr abzuwaschen und wegzuritzen.

Dann darf es ein Kind sein.

Und wird dann auch einmal erwachsen.

(Siehe dazu auch das Beispiel "Vaters Tochter"

 

Andere Ursachen bei Waschzwang und anderen Zwängen

Manchmal haben Zwänge damit zu tun, daß jemand die Gefühle eines Mörders fühlt und sich sozusagen das Blut des Opfers von den Händen abwaschen möchte. Diese Gefühle könne mit einem selbst begangenen Mord zu tun haben (oft z.B. nach einer Abtreibung, siehe dazu auch das Beispiel), oder es können übernommene Gefühle von jemand anders in der Familie sein, der eine blutige Tat begangen hat. Manchmal hat dann jemand zugleich  Angst und Faszination im Zusammenhang mit Blut. Einmal trafen wir jemand mit Waschzwang, der  Angst vor einen Bluttopfen im Schnee bekam, und ein anderes mal wie gebannt zuhörte und alle Einzelheiten in sich aufsog als ihm jemand von seinen Erlebnissen bei schweren Unfällen im Rettungsdienst erzählte.

 

Leichtere Formen von Reinigungs- und Kontrollzwang sind einfach eine unbewußte Form, Widerwillen gegen eine bestimmte Arbeit oder Person oder Umgebung auszudrücken, den sich die Person nicht bewußt eingestehen möchte.

 

Das Gemeinsame bei den Ursachen von Zwängen scheint zu sein:

Zwang wehrt einen verbotenen Wunsch ab.