Gewalt, Wut, und der "gewalttätige Redeschwall"
Im Lauf langer Jahre als Berater machte einer die erstaunliche Erfahrung: Je mehr ein Klient redet, je schneller, je vorwurfsvoller, um so weniger sagt er eigentlich, und um so langsamer geht der Heilungs-Verlauf.
Außerdem stellte er fest: Das wesentliche kommt in den ersten 1-3 Sätzen rüber.
So gewöhnte er sich an, seine Klienten liebevoll nach wenigen Worten zu unterbrechen und in einer anderen Weise des Schauens, Einfühlens, Mitschwingens noch aus anderen Ebenen Informationen dazu zu bekommen.
Dem Berater selbst ging es dabei viel besser, er fühlte sich reiner, kraftvoller.
Er und seine Klienten erkannten: Hinter dem Redeschwall steckt Wut. Manchmal sogar mörderische Wut.
Doch was steckt hinter der Wut?
Oft zeigte sich: Verletzte Liebe.
Darum half bei Wut oft die Frage: "Wen liebst du?"
So fiel der Blick auf vielleicht ausgeschlossene, nicht richtig gesehene Personen im Leben des Klienten.
Manchmal zeigte diese Sichtweise mehrere Personen, die mit Abstand hintereinander standen: Im Vordergrund eine Person, mit der ein aktueller Konflikt bestand, wie zum Beispiel Partner oder Arbeitskollegin.
Dahinter, im Hintergrund, erschien oft die Mutter des Klienten.
* * *
Eine Selbstinstruktion hat Menschen, die Gewalt und Wut am eigenen Leib erfahren haben, oft geholfen:
"Ich nehme es als eine Kraft."
So wird in der Tiefe ein Prozeß der Energie-Umwandlung eingeleitet.
Die Gewalt wird umgewandelt in Kraft, und später sogar in Liebe.
Wie wenn ein Baum mit seinen Wurzeln einen Stein erreicht und diesen auflöst, so daß der Stein zu wertvoller Nahrung und Spurenelementen wird, die den Baum schön und fruchtbar machen.