"Tips gegen Angst"
Manche Leute, die Angst haben, können eigentlich noch keine Therapie machen.
Warum?
Wer Angst hat, möchte irgendwo nicht hinschauen.
Wenn dann die Therapie ein bißchen ans Eingemachte geht, an die versteckte Wut zum Beispiel, dann bricht der Klient die Therapie ab.
Manch einer hat sich sogar zu der Behauptung verstiegen, Panikattacken seien gut getarnte Wutanfälle.
Das stimmt natürlich nicht immer.
Eine Therapeutin, den wir kennen, wunderte sich warum die Verhaltenstherapie bei Angst oft nicht half, und fand etwas heraus: Wer sehr schlimme Angst hat, möchte eigentlich jemanden umbringen. Als sie das bei verschiedenen Patienten nach 2, 20 oder 200 Therapiestunden herausbekam, hat der Patient immer sehr wütend reagiert und die Therapie bei ihr abgebrochen.
Diese Hypothese stimmt natürlich auch nicht immer. Eine Methode zum Selbst-Test wäre hier, wenn der ängstliche Mensch in Gedanken zu jemandem sagt: "Ich bring dich um!", wenn er das vielleicht sogar an einem Ort, wo ihn niemand hören kann, immer wieder laut schreit und sich selbst und seine Gefühle dabei beobachtet.
Manche werden jetzt sagen: Bei mir ist das ja nicht so schlimm.
Dann ist die Angst auch nicht so schlimm, zum Glück.
Wie auch immer...
Hier eine heilsame Geschichte über den Umgang mit der Angst:
Die Angst ist wie ein unsichtbarer Hund. Der bellt manchmal.
Ein Mann hatte Angst. Er wollte aber Motorrad fahren lernen. Er sagte zu seinem unsichtbaren Hund: "Komm, setz dich hinten hin auf den Rücksitz. Dann fahren wir." So ging es gut.
Das Wort "Angst" kommt von "eng". Was führt zur Angst? Der enge Blick. Wer Angst hat, will wo nicht hinschauen. Was löst die Angst? Der Blick in die Weite.
Oft beobachten wir daß Menschen, die wegen Angst zu einer Therapie kommen, im Verlauf der Therapie "dahintersteigen", die Angst wird dann weniger, und das, worum es eigentlich geht, kann immer mehr angeschaut werden.
Weg vom Symptom, hin zu den Kraftquellen schauen.
Kraft kommt, zum Beispiel, aus der Versöhnung, aus dem Zustimmen zum Leben, zu allem was ist, durch Liebe. Aus Büchern weiser Lehrer, und aus guter Musik. Berichte über das Leben und die Heilung von solchen, die etwas "geschafft" haben, konnten schon viele Menschen über ihre Angst hinaus in die Weite führen.
Vor einem Seminar haben manche Menschen Angst oder "Lampenfieber". Wenn man sich dann kennenlernt und andere Menschen liebgewinnt, wird die Angst weniger.
Manche, die den Umgang mit der Angst gelernt haben, sagen:
"Die Angst ist dein Weg."
Das heißt, gerade dort wo die Angst ist, geh in der Mitte durch! Schau an was die Angst verstecken will! Hinter der Angst ist deine Lernaufgabe versteckt, vielleicht Deine Wut, aber dahinter die tiefe Liebe, die Lösung.
Die Lösung ist immer dort, wo du die tiefe Liebe in Dir entdeckst.
Wer ehrlich ist zu sich selbst und zu anderen - da hat die Angst immer weniger Platz.
Schon vor 2000 Jahren schrieb einmal jemand (Johannes war sein Name):
"Die vollkommene Liebe treibt die Angst aus."
Na, ist der Blick schon weiter, haben diese Tips schon geholfen?
Na ja, manchmal möchten wir ja die Angst, und das was sie verbirgt, noch ein Weilchen behalten...
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