Beispiel einer Lösung: "Mutters Sohn"



eigentlich: Mutters Sohn in der 3. Generation.

Martin (Name geändert) hat mit Hilfe von Büchern, Einzelgesprächen, Befragen von Verwandten und eines Familienaufstellungs-Seminars im Verlauf einiger Jahre viel über sich herausgefunden. Dies ist eine sehr kurze Zusammenfassung seiner Familiengeschichte, seiner Verstrickung, und der Lösungssätze, die ihm geholfen haben.


Was passiert ist:

Martins Urgroßvater starb an einem Unfall, als er 2 Söhne im Kleinkindalter hatte und seine Frau gerade mit Martins Vater schwanger war.

Martins Großvater verließ die Frau mit 5 Kindern.

Martins Vater ist das jüngste dieser 5 Kinder. Er blieb am längsten bei seiner Mutter und tröstete sie, als sein ältester Bruder im Krieg starb. Er hatte viele unglückliche Beziehungen mit Frauen und 5 Kinder. Er verließ auch Martins Mutter und nahm sich das Leben.

Martin selbst ist wieder das jüngste dieser 5 Kinder. Er tröstet seine Mutter bei der Scheidung und in schwerer Krankheit und ist bis zu ihrem Tod eng mit ihr verbunden.

Martin verleugnet in der Jugend seinen Vater und hat oft Konflikte mit Männern, besonders solchen, die seinem Vater ähnlich sind. Er neigt zu verschiedenen Abhängigkeiten, wie Spielsucht, krankhafte Sammelleidenschaft. Er denkt oft an den Tod und hat öfters Unfälle weil er mit Gefahren spielt.


Die Bindung:

Aus Liebe zur Mutter schließt Martin seinen Vater aus, möchte gleichsam der bessere Partner für die Mutter sein. In einer tieferen Ebene gleicht er das aber aus, indem er seinem Vater ähnlich wird, er fühlt dessen Gefühle und ist auch versucht, wie er zu leben (und zu sterben).


Die Lösung:

Für Martin ist es wichtig, den Vater zu achten, statt sein Rivale zu sein.

Es hilft Martin, wenn er in Gedanken zu seinem Vater sagt:
"Du bist mein Vater."
"Ich danke dir, dass du mir das Leben geschenkt hast. Das ist das größte Geschenk."
"Ich achte dein Schicksal und gebe dir die Ehre."

und - weil ja der Vater schon gegangen ist -
"Ich lasse dich gehen."
"Bite schaue freundlich auf mich, wenn ich (bei meiner Frau) (am Leben) bleibe."

Es ist für Martin auch wichtig, der Mutter das zu lassen, was sie selbst tragen muß.

Martin könte deshalb zu seiner Mutter innerlich sagen:
"Ich bin nur dein Kind."
"Ich achte dein Schicksal, und lasse es bei dir."
"Bitte schaue freundlich auf mich, wenn ich gesund bin und es mir gut geht.."

So wird er frei und findet seinen eigenen Weg.

Im Lauf einiger Jahre bessert sich sein Selbstwertgefühl, und er hat auch eine schöne Partnerschaft.