Lösungsbeispiel: "Leiden aus Treue zur Mutter"



Silvia (Name geändert) hat früher gedacht, sie wäre verhext worden und hätte einfach nur darum den falschen Mann geheiratet.

Durch die Gespräche auf Seminaren, und auch mit Verwandten, und auch durch Nachdenken hat sie im Lauf einiger Monate aber mehr Verständnis für ihr seltsames Schicksal bekommen, das aus ihrer kindlichen Treue und Liebe zu ihrer Mutter entstand.

Dies ist eine sehr kurze Zusammenfassung von Silvias Familiengeschichte, ihrer frühen inneren Schwüre, und der Gedanken, die ihr geholfen haben.


Das Schicksal:

Silvias Großmutter mußte schwer arbeiten und starb an Erschöpfung, als Silvias Mutter 11 Jahre alt war.

Silvias Mutter mußte als Magd arbeiten und das Essen für sich und die 2 kleinen Schwestern verdienen und diesen die Mutter ersetzen. Ihr Vater war fast immer unterwegs.

Silvia wachte als Kind bei ihrer kranken Mutter. Sie verzichtete auf den Mann, den sie liebte, und mit dem sie sich schon die Treue versprochen hatte, um bei ihrer Mutter zu bleiben. Sie heiratete einen Mann, den sie verachtete, und der ihr in einer langjährigen Ehe viel Böses antat. Er verließ sie.


Die Bindung:

Silvia versucht unbewußt, durch eigenes Leiden das Schicksal der Mutter zu lindern. Sie nimmt das Leben (und den Mann, den sie liebt) nicht an. Sie wiederholt das Schicksal der Mutter, indem sie einen Mann wählt, der sie betrügt. Als ob Silvia zu ihrer Mutter sagen würde:
"Ich trage dein Schicksal mit dir."
"Ich mache es wie du."


Die Lösung:

Jetzt beginnt Silvia, zu ihrer Mutter zu sagen:
"Ich bin nur dein kleines Kind"
"Ich achte dein schweres Schicksal, und lasse es bei dir."

Damit tritt sie von der für ein Kind nicht angemessenen Rolle zurück, die Mutter erlösen oder heilen oder deren Mutter ersetzen zu wollen. Sie wird wieder das Kind. Nur so kann sie die Liebe der Mutter und das Leben annehmen.

"Bitte schaue freundlich auf mich, wenn ich bei meinen Kindern bleibe und es mir gut geht."

Damit bittet sie um den Segen der Mutter. Sie fühlt auch, daß sie ihn bekommt.

Silvia kann nun verstehen, wie alles kam, und es geht ihr viel besser.