NLP - Heilen mit Glaubenssätzen: Dir geschieht, was du erwartest...


Jeder Mensch hat Glaubenssätze, die das persönliches Leben prägen. Diese Glaubenssätze können positiv sowie negativ das Leben  beeinflussen. Sie können Kraft und Selbstvertrauen schenken oder einen Menschen blockieren, so dass er seine individuellen Fähigkeiten  nicht voll auszuschöpfen kann.

NLP hat sich zur Aufgabe gemacht diese ganz speziellen Glaubensätze zu erforschen, sie positiv zu nutzen und in Lernerfahrungen umzuwandeln.


Was ist nun Glaube?

Was ist nun Glaube? Meistens verbinden wir dieses Wort zuerst mit irgendeiner Religion.

In der Bibel (Hebräer 11,1) steht:

„Glaube aber ist ein Feststehen in dem was man erhofft. Überzeugt sein von Dingen, die man nicht sieht.“

Das heißt, Glaube ist eine Überzeugung von etwas; ohne dass es sichtbare Beweise dafür gibt.

Meistens wird dieser Glaube durch starke Gefühle unterstützt. Und das ist auch der Grund; warum Menschen für ihren Glauben zu Märtyrern werden, andere bringen Menschen um, ganze Völker bekriegen sich. So ist Glaube etwas sehr starkes und machtvolles.

Aber ist es nicht so, dass auch ein Atheist irgendetwas glaubt? Schon allein die Überzeugung, „es gibt keinen Gott“ ist ein Glaube, ein persönliches Glaubenssystem, das das Leben prägt und diesen Menschen in seinem Denken und Handeln beeinflusst.

Glaube ist also viel weiter gefächert und nicht nur an eine Religion gebunden. Menschen glauben an eine Ideologie, an einen großen Lottogewinn, an bestimmte Personen, an Fähigkeiten……


Entstehung des Glaubens

Das persönliche Glaubenssystem hat seine Wurzeln oft in der Kindheit oder bei sehr tief emotional erlebten Ereignissen, die eine Person nachhaltig formen. Man nennt dies Prägung oder Imprint.

Entdeckt wurde dieses Phänomen in der Verhaltensforschung. Der Verhaltensforscher Konrad Lorenz fand heraus, dass Graugänse während einer kritischen Phase in den ersten Tagen ihres Lebens „geprägt“ werden: sie machen sich ein „inneres Bild“ von ihrer Mutter und ihrer Spezies. Was immer die junge Gans in dieser Phase sieht, erhält, wenn es sich bewegt, die Bedeutung „Mutter“, ob es nun die wirkliche Gänsemutter ist, ein Ball oder Konrad Lorenz selbst. Viele der von Lorenz aufgezogenen Gänse hielten ihn für die Mutter und glaubten, sie gehörten der gleichen Spezies an wie er.

Dieses Konzept wurde auch auf die Psychologie übertragen. Prägungserfahrungen sind intensive Erlebnisse, oft in der frühen Kindheit, die eine Person nachhaltig formen.

Robert Dilts bezeichnet damit Erfahrungen, die das Verhalten und die „beliefs“ nachhaltig und intensiv beeinflussen.

 „Prägungen können „positive“ Erfahrungen sein, die zu nützlichen Glaubenssätzen führen oder sie können traumatische oder problematische Erfahrungen sein, die einschränkende Glaubenssätze zur Folge haben.“ (Dilts)

Beispiele hierfür können sein:

Einem Kind wird sehr oft gesagt, dass es nur wenn es lieb und fleißig ist, ein braves Kind ist. Dadurch kann dieser Glaubenssatz in ihm reifen, „dass nur wenn ich lieb und fleißig bin ein Recht auf Zugehörigkeit habe“. Diese Person wird später Schwierigkeiten haben negative Gefühle zuzulassen. Sie  wird vielleicht Schwierigkeiten haben einmal „Nein“ zu sagen und immer Schuldgefühle dabei haben, wenn sie es nicht allen recht macht.

Ein dramatischer Autounfall kann zum Beispiel die Folge haben, dass in jemand der Glaubenssatz entsteht: „Autofahren ist gefährlich“. Dies wird zur Folge haben dass immer wieder Ängste auftauchen, wenn die Person hinter dem Steuer sitzt.

Negative Prägungen (die oft unbewusst wirken und „vergessen“ wurden), werden im NLP mit der Technik der Neuprägung (Re-Imprint) erkundet und in ihrem Erinnerungs-Bild verändert. Dies kann eine intensive Erfahrung sein, mit oft dramatischen Resultaten und bleibendem Wert.


Auswirkung des Glaubens

Unser Glaube bestimmt unsere Identität. Was wir von uns glauben, so sind wir. So ist der Glaube etwas sehr privates.

Diese Glaubenssätze, die weitgehend unbewusst unser Leben und unsere Identität bestimmen, beruhen auf Verallgemeinerung von persönlicher Erfahrungen oder Fremdbewertung. Es ist nichts anderes als eine unrealistische Erwartung oder falsche Hoffnung.

Es wird alles daran getan, dass sich dieser Glaube in unserem Leben erfüllt; und alles wird vom Blickwinkel dieses Glaubenssatzes gesehen.

So hat jeder von uns persönliche Überzeugungen, die als Ressourcen und Kraftquelle dienen, sowie andere, die uns begrenzen.

Glaubenssätze wie: „es musste einfach so kommen… ich kann sowieso daran nichts ändern….ich bin ein Opfer..“ hindern Menschen daran, ihre natürlichen Ressourcen und Fähigkeiten voll und ganz zu ihrem Vorteil einzusetzen.

Wiederum Menschen, die Glaubenssätze haben: „ich schaff es…es wird alles gut…..ich bin ein glücklicher Mensch..“ gehen optimistisch, erfolgreich und glücklich durchs Leben.

So funktioniert der Glaube wie eine selbst erfüllende Prophezeiung.

Der Glaube ist wie ein „Filter“ in unserem Gehirn, der nur bestimmte Informationen zulässt.

Wenn jemand z.B. glaubt, dass er ein Versager ist, wird seine Aufmerksamkeit stets auf Dinge fixiert sein, wo er etwas nicht geschafft hat. Die Dinge, die er gut gemacht hat, werden verdrängt. So nimmt er das Lob anderer gar nicht oder nur sehr „klein“ wahr, während die „niederdrückenden“ Aussagen sehr dominant wahrgenommen werden.

Anderseits funktioniert dieser Filter  bei einem erfolgreichen Menschen gerade umgekehrt. Sein Filter nimmt ganz bewusst die Dinge wahr, die zum erreichen seines Zieles förderlich sind. Der Filter ist bewusst auf die „unterstützenden Elemente“, eingestellt. Sie werden bewusst wahrgenommen und integriert.

Das heißt genügend Ressourcen um erfolgreich und glücklich zu sein, sind für beide da. Der persönliche Glaubenssatz entscheidet darüber, welche Dinge in meinem Leben vorherrschen. Dabei ist es oft nicht nur ein einzelner Glaubenssatz, sondern ein ganzes Glaubenssystem, das dahinter steht.

Interessant ist, dass selbst Glaubenssätze, die andere über uns haben, uns beeinflussen können.

Ein Beispiel: Eine Gruppe durchschnittlich begabter Kinder wurden in zwei Klassen geteilt, dem einem Lehrer wurde gesagt, das seine Kinder besonders begabt sind, und dem anderen Lehrer wurde gesagt, dass seine Kinder sehr langsam im Lernen seien. Ein Jahr später wurde die Intelligenz der Schüler erneut geprüft. Die Mehrzahl der Kinder, die als intelligent bezeichnet wurden, brachten bessere Leistungen als zuvor, und die, die als langsam im Lernen bezeichnet wurden, brachten schlechtere Leistungen als zuvor.

Es ist also nicht nur sehr sinnvoll positive Glaubenssätze über sich selber zu haben, sondern auch über andere, die in unserer Verantwortung stehen. Wenn sie als Chef über ihre Mitarbeiter denken, sie seien faul, frech und unverschämt, dann wird dieses Denken die entsprechende Wirkung haben. Es wäre deshalb sinnvoller, davon auszugehen, dass ihre Mitarbeiter engagiert und entwicklungsfähig sind. Das wird sicher einleuchten.

Schon in dem uralten Weisheitsbuch, der Bibel (Markus 11,23) steht:

„Wahrlich, ich sage euch: Wer zu diesem Berg sagt: Habe dich hinweg und stürze dich ins Meer, und zweifelt nicht in seinem Herzen, sondern glaubt, dass alles geschieht, was er sagt, dem wird es geschehen.“

Doch es gibt auch noch viele andere Quellen, die über die Wichtigkeit des Glaubens reden, z.B. der römische Kaiser und Philosoph Marc Aurel sagte:

„Wir sind das Ergebnis unserer Gedanken.“

Auch der Psychologe William James unterstützt diese Vorstellung:

„Der Glaube erzeugt Tatsachen.“

Und schließlich sagt der „Meister des positiven Denkens", Dr. Josef Murphy:

„ Die Inhalte ihres Denkens und Glaubens gestalten ihre Persönlichkeit, ihr Leben, ihre Zukunft.“